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Behindertengerechtes Bauen – Zuschüsse und Förderungen

Für den behindertengerechten Umbau der Wohnung, z.B. die Sanierung hin zum behindertengerechten Bad oder den Einbau eines Treppenlifts kommen manchmal mehrere Zuschüsse in Frage. Hier gibt es eine Übersicht verschiedener Förderungen.

Zuschüsse für behindertengerechtes Bauen

Je nach Situation kommen folgende Zuschüsse in Frage, die unten im Beitrag näher erklärt werden:

  1. Pflegekasse und Krankenkasse
  2. Wohnbauförderprogramme
  3. Kommunale Förderprogramme
  4. Rehabilitationsträger: Teilhabe am Arbeitsleben
  5. Stiftungen
  6. KfW Programme 159 und 455
  7. Sozialhilfeträger: Grundsicherung/ALG II

Unser Zuschuss-Check erlaubt einen schnellen Überblick über mögliche Zuschüsse:
Zuschuss-Check für barrierefreies Bauen

1.1 Pflegekasse: wohnumfeldverbessernde Massnahmen

ebenerdige Dusche

ebenerdige Dusche

Falls eine Pflegestufe vorliegt kann ein Zuschuss für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen beantragt werden (ab 1. Januar 2015 bis zu 4000 €). Zuschussfähig sind behindertengerechte Anpassungen in der Wohnung und im Eingangsbereich, nicht zuschussfähig sind Außenanlagen oder der Zugang zur Terrasse. Zusätzlich zum Antrag wird immer ein Kostenvoranschlag und eine Notwendigkeitsbescheinigung des Pflegedienstes benötigt. Hierauf bestätigt der Pflegedienst die Notwendigkeit der Maßnahme. Auch fest installierte Haltegriffe in Bad und Dusche oder Standstützgriffe werden im Rahmen der wohnumfeldverbessernden Maßnahmen übernommen.

Wohnen mehrere pflegebedürftige Menschen in einer Wohnung, kann der Zuschuss auch höher ausfallen. Näheres findet ihr im Beitrag über die Förderung von Wohngemeinschaften.

1.2 Krankenkasse
Auch die Krankenkasse kann mit ins Boot geholt werden, wenn es um Hilfsmittel wie einen Badewannenlift, eine Toilettensitzerhöhung oder mobile Stützgriffe geht.

Klappstützgriffe am WC

Stützklappgriffe am WC

Mit einer Hilfsmittelverordnung können die Klappstützgriffe für die Toilette oder das Waschbecken von der Krankenkasse finanziert werden. Näheres findert ihr dazu in diesem Beitrag zum Thema Stützklappgriffe.

 

2. Landesförderprogramme barrierefreies Bauen

Rampe zur Eingangstüre

Rampe zur Eingangstüre, die aus einem Fenster entstand

Jedes Bundesland hat eigene Wohnbauförderprogramme. Es kann sich um einkommensabhängige Zuschüsse und Darlehen handeln, wie z.B. in Bayern (Wohnungsbauförderungsprogramm, Zuschuss bis zu 10000 €), Brandenburg (Wohnraumanpassungs-Richtlinie, Zuschuss bis zu 22000€), Hessen (bis zu 12500 €) und Hamburg (Mietwohnungen). Hierzu habe ich eigene Beiträge verfasst, die ihr hier findet:

Wohnraumförderung für barrierefreies Bauen in Bayern

Wohnraumförderung für barrierefreies Bauen in Brandenburg

Barrierefreies Umbauen in Hessen

Barrierefreie Mietwohnungen in Hamburg

Wohnraumförderung Mecklenburg-Vorpommern

 

Eine Internetseite des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales bietet eine Übersicht über die Förderprogramme der einzelnen Länder.

 

3. Kommunale Förderprogramme für barrierefreies Bauen
Auch vereinzelte Kommunen haben eigene Förderprogramme aufgelegt.

Die Stadt Dresden fördert den behindertengerechten Wohnungsumbau mit bis 75% der Kosten und maximal 3835 € für Menschen ab 60 Jahre oder mit Schwerbehindertenausweis. Die Stadt informiert hier über ihre Wohnungsbauförderung.

Auch in Mannheim gibt es ein Städtisches Förderprogramm zur Schaffung von behindertengerechtem Wohnraum. Das Merkblatt der Stadt Mannheim findet ihr hier.

 

4. Teilhabe am Arbeitsleben durch die Träger beruflicher Rehabilitation und Integrationsämter

Plattformlift als Zugang zum Balkon.

Der Plattformlift bildet den Zugang zur Wohnung über den Balkon.

Die Teilhabe am Arbeitsleben umfasst barrierefreie Umbauten am Arbeitsplatz und im Eingangsbereich der Wohnung. Dabei wird sehr großzügig gefördert, so dass auch teure Projekte, wie z.B. Lifte und Aufzüge finanziert werden können.

Zu diesem Thema habe ich ebenfalls einen eigenen Beitrag verfasst, der hier zu finden ist:

Teilhabe am Arbeitsleben durch die Wohnungshilfe

Treppenlift und Finanzierung der Kosten

 
5. KfW Programme 159 und 455: altersgerechtes Bauen
Unterstützung in Form eines günstigen Kredits oder wahlweise in Form eines Investionszuschusses in Höhe von bis zu 12,5 % auf die verbliebenen Kosten für das altersgerechte (barrierefreie) Bauen gibt es durch die KfW . Das Programm 159 wird bei Banken und Sparkassen beantragt, das Programm 455 direkt bei der KfW.Zum Programm 455 habe ich hier einen kurzen Beitrag verfasst:

Investionszuschuss der KfW

 

Detailierte Informationen hier bei der KfW:

Programm 159 Altersgerecht Umbauen (Kredit)

Programm 455 Altersgerechtes Bauen (Investitionszuschuss)

 

6. Hilfe beim behindertengerechten Umbau durch Stiftungen
Stiftungen können sehr großzügige Zuschussgeber sein, wenn die Voraussetzungen passen. Unter anderem gilt: Kredite sind ausgeschlossen und die Gesamtfinanzierung muss sich lückenlos aus Eigenmitteln und Zuschüssen zusammensetzen.

Alles zu diesem Thema habe ich hier zusammengefasst:

Behindertengerechtes Umbauen mit Stiftungen fördern

 

7. Sozialhilfeträger
Wer auf Grundsicherung oder Arbeitslosengeld II angewiesen ist, kann den notwendigen Umbau beim Grundsicherungsamt oder das Jobcenter beantragen. Vorrangig müssen die oben genannten Hilfen in Anspruch genommen werden. Zum schriftlichen Antrag muss ein Kostenvoranschlag über die Baumaßnahmen und ein Nachweis, dass bereits eine barrierefreie Wohnung gesucht wurde, beigefügt werden. Um die Notwendigkeit nachzuweisen wird in der Regel das Gesundheitsamt zu einem Termin vor Ort bestellt.

Wichtig in allen Fällen ist auch hier wieder: immer erst die Entscheidung über die Anträge abwarten, dann erst konkrete Schritte vornehmen.

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