Archiv der Kategorie: Teilhabe

Steuerformular

Steuermerkblatt 2020/2021

Der Pauschalbetrag für behinderte Menschen ist die bekannteste Steuererleichterung. Mit diesem Pauschalbetrag sollen alle krankheitsbedingte Kosten im Rahmen der Einkommen- und Lohnsteuer berücksichtigt werden. Bei der Einkommenssteuer können unter Umständen noch weitere finanzielle Belastungen geltend gemacht werden. Der Bundesverbandes für körper- und mehrfachbehinderte Menschen (bvkm) gibt jedes Jahr ein aktuelles Steuermerkblatt heraus, welches alle Steuervorteile zum Thema Behinderung auf vier Seiten zusammenfasst. Es richtet sich an Familien mit behinderten Kindern und an Arbeitnehmer mit Behinderung.

Hier steht es zum Download bereit: Steuermerkblatt des bvkm

Auch das Bayerische Finanzministerium gibt eine übersichtliche Broschüre „Steuertipps für Menschen mit Behinderung“ heraus.

Zum Thema Steuern haben wir weitere Beiträge zur Kfz-Steuer Rabatte und Kfz-Steuer und zum Steuernachlass beim behindertengerechten Umbau als außergewöhnliche Belastung verfasst.

Das Bild zeigt einen Screenshot der Webseite Reisen für Alle.

Barrierefreie Ausflüge, Reisen und Unterkünfte finden

Bei der Planung von Reisen und Ausflügen ist es oft schwierig an verlässliche Informationen bezüglich der Barrierefreiheit am Reiseziel zu kommen. Dies fängt in der Regel mit dem Parkplatz an, geht mit den Wegen weiter und sehr wichtig ist die Frage, ob es am Ziel auch eine Toilette gibt, die mit dem jeweiligen Handicap benutzbar ist. Im Zweifelsfall schaut man sich das Reiseziel selbst vor Ort an oder fragt Leute, die schon dort waren und was vom Thema verstehen.

Das könnte nun leichter werden. Eine sehr vielversprechende Lösung für die Ausflugs- und Reiseplanung innerhalb Deutschlands bietet die Internetseite Reisen für Alle. Die Webseite bietet eine sehr umfangreiche Datenbank mit Reisezielen, die mit einer differenzierten Beschreibung vorgestellt werden. Sehr schön finde ich, dass es einen eigenen Bereich „Nationale Naturlandschaften barrierefrei erleben“ gibt. Deshalb werden nicht nur Unterkünfte sondern auch Rund- und Wanderwege in der Datenbank beschrieben. Weiter lesen … Barrierefreie Ausflüge, Reisen und Unterkünfte finden

Das Foto zeigt die Brühlsche Terrasse in Dresden

Sachsens Lieblingsplätze: Förderprogramm für öffentlich zugängliche Gebäude und Gastronomie

Das Land Sachsen hat seit mehreren Jahren ein Förderprogramm für barrierefreies Bauen für öffentlich zugängliche Gebäude aufgelegt. Damit sollen der Zugang und die Nutzung von öffentlich zugänglichen Gebäuden und Einrichtungen durch die Beseitigung bestehender Barrieren ermöglicht oder erleichtert werden. In einer Bekanntmachung heißt es, dass das Programm Barrierefreies Bauen – Lieblingsplätze für alle ab 2020 jährlich fortgeführt werden soll:

Auf Grund der positiven Erfahrungen bei der Durchführung des Investitionsprogramms „Barrierefreies Bauen – Lieblingsplätze für alle“ seit 2014 und des dadurch erkennbar gewordenen großen Bedarfs an Investitionen zum Abbau bestehender Barrieren soll das Programm ab 2020 fortlaufend jährlich weiter fortgeführt werden.“ 

Mit einer Fördersumme von bis zu 25000 € pro Baumaßnahme sollen bestehende Barrieren insbesondere im Kultur-, Freizeit- Bildungs- und Gesundheitsbereich beseitigt werden. Dabei ist der Gastronomiebereich ausdrücklich mit umfasst.

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Barrierefreier Zugang in den Bodensee.

29 barrierefreie Badeseen. Neu: Heidesee Holdorf, Landkreis Diepholz

Hier stellen wir barrierefreie Badeseen vor (Stand 12.09.20). Damit sind Badeseen mit Zugang in das Wasser für mobilitätseingeschränkte Menschen gemeint. In diesem Jahr kamen der Luegsteinsee im Landkreis Rosenheim und der Heidesee Holdorf im Landkreis Diepholz hinzu. Macht mit und sendet eure Tipps zur Veröffentlichung ein.Weiter lesen … 29 barrierefreie Badeseen. Neu: Heidesee Holdorf, Landkreis Diepholz

Nachbarschaftshilfe in Zeiten von Corona

Menschen mit einem schwereren Handicap gehören zur Corona-Risikogruppe, z.B. wenn aufgrund von Rollstuhlnutzung oder Bettlägerigkeit die Lunge nicht mehr optimal belüftet wird. Dieser Umstand erhöht bei einer Infektion mit dem Coronavirus (SARS-CoV2) das Risiko für einen schwereren Verlauf dieser Lungenerkrankung. Auch bei der Einnahme bestimmter Medikamente wie z.B. Cortison oder bestimmten Antikörpertherapien ist eine erhöhte Vorsicht geboten, weil diese zeitweise zu einer erhöhten Infektanfälligkeit führen. Darauf wiesen Mitglieder des ärztlichen Beirats der DMSG in einem Beitrag zum Thema „Empfehlungen für Multiple Sklerose – Erkrankte zum Thema Corona-Virus“ hin.

Eine Schlussfolgerung daraus ist, dass viele Menschen mit Handicap aktuell besonders gut auf sich aufpassen müssen. Den meisten Menschen, denen ich begegne ist das sehr bewusst. Deswegen sind alltägliche Hilfsangebote wie z.B. Einkaufshilfen wichtiger denn je und wir wollen nachfolgend einen Überblick dazu geben.

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Fuehrerschein in Rosa

Führerschein-Zwangsumtausch und Fahreignung

Nach Angaben des ADAC müssen bis zum Jahr 2033 etwa 43 Millionen Führerscheine umgetauscht werden, um die EU-Richtlinie 2006/126/EG umzusetzen. Ziel dieser Zwangsumtauschaktion ist es, dass alle Bürger der EU einheitliche und fälschungssichere Führerscheine erhalten. Damit die Umtauschaktion planbar und für die Führerscheinstellen umsetzbar bleibt, wurde ein Stufenplan festgelegt. Dieser Stufenplan regelt Fristen, bis zu denen welcher Jahrgang den Führerschein umtauschen muss. Bereits im Jahr 2022 werden die alten Führerscheine der Ausstellungsjahre 1953 bis 1958 ungültig (siehe die Liste unten). Wer über diese Fristen hinaus mit seinem alten Pkw- oder Motorrad-Führerschein fährt riskiert ein Verwarnungsgeld.

Diese Zwangsumtauschaktion wird viele Menschen mit Handicap in eine heikle Lage bringen. Wer persönlich bei der Führerscheinstelle erscheint und beim Sachbearbeiter Zweifel an der Fahreignung erweckt, kann zu einer medizinischen Begutachtung der Fahreignung verdonnert werden. Dieser Verdacht kann z.B. aufgrund der Benutzung von Gehhilfen oder unsicherem Gang begründet sein. Solche Fälle habe ich schon mehrere Male selbst kennengelernt.

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Korkenpüppchen

Bundesteilhabegesetz: ab 2020 wird die Eingliederungshilfe mehr Menschen zugänglich sein

Bei den Regelungen des Bundesteilhabegesetzes tritt 2020 die dritte Reformstufe in Kraft. Ab 2020 wird die bisherige Eingliederungshilfe aus dem Sozialhilfesystem herausgelöst. Der Gesetzgeber überführt dazu die einzelnen Leistungen vom SGB XII in das neue Sozialgesetzbuch IX, Teil 2. Damit sind die einzelnen Leistungen des Teilhabegesetzes nicht mehr an die Einkommens- und Vermögensgrenzen der Sozialhilfe des SGB XII gebunden. Außerdem stehen die Leistungen der Eingliederungshilfe ab 2020 auch erwerbsfähigen Menschen mit Behinderung offen. Die Leistungen der Eingliederungshilfe werden damit ab 2020 schlagartig für einen größeren Personenkreis zugänglich. Allerdings wird je nach Höhe des Einkommens auch ein Eigenanteil erhoben.Weiter lesen … Bundesteilhabegesetz: ab 2020 wird die Eingliederungshilfe mehr Menschen zugänglich sein

Bundesteilhabegesetz: Persönliche Assistenz und die Antragstellung

Mit dem Teilhabegesetz wurden ab 2018 im Sozialgesetzbuch wortwörtlich die Leistungen für Assistenz verankert. Das bedeutet, dass es von nun an unter bestimmten Voraussetzungen finanzielle Leistungen für Menschen mit Behinderung gibt, die davon Assistenten bezahlen können.

Im wirklichen Leben gibt es das Konzept der Assistenz bereits seit den 70’er Jahren und auch die Verankerung der finanziellen Grundlage war schon im bisherigen Sozialgesetz vorhanden, aber nur nicht so wortwörtlich. Assistenz ist grundsätzlich in verschiedenen Lebensbereichen möglich, sowohl für die Ausübung einer Berufstätigkeit (Arbeitsassistenz) als auch im persönlichen Bereich (Persönliche Assistenz, Elternassistenz). Persönliche Assistenz bietet so für alleinlebende pflegebedürftige Menschen in vielen Fällen eine bessere Alternative zum Pflegeheim.

Hier wäre noch der Link zu einem empfehlenswerten Youtube-Video des VdK-TV mit dem Titel „Leben mit Assistenz: Assistenten selbst einstellen

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Foto eines Gesetzesbuches.

Bundesteilhabegesetz: die wichtigsten Veränderungen 2017, 2018 und 2020

Über zwei Änderungen durch das Bundesteilhabegesetz haben wir schon berichtet. Dieser Beitrag soll einen Überblick über die meiner Einschätzung nach größten Veränderungen geben. Im Wesentlichen geht es beim Bundesteilhabegesetz um die Veränderung der Eingliederungshilfe. Bis 2016 hatten nur Menschen Zugang zu den meisten dieser Leistungen, die finanziell knapp über dem Sozialhilfenniveau waren oder Grundsicherung bezogen. Das wird sich bis 2020 stark ändern.

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Bundesteilhabegesetz 2018: Leistungen zur Mobilität

Mit dem Bundesteilhabegesetz kommen ab 2018 die Leistungen zur Mobilität. Unter bestimmten Voraussetzungen werden dann für berentete, erwerbsunfähige Menschen per Eingliederungshilfe die Kosten eines Behindertenfahrdienstes oder auch der Kauf oder Umbau eines behindertengerechten Fahrzeugs übernommen. Auch die Kosten für den Führerschein können übernommen werden. Zu finden ist das ab 2018 bei den Leistungen der Sozialen Teilhabe im neuen SGB IX, § 83 und §114. Hier beschreiben wir, wer diese Mobilitätsleistungen beantragen kann.Weiter lesen … Bundesteilhabegesetz 2018: Leistungen zur Mobilität