Barrierefreies Bad Teil 1: Förderungen und Zuschüsse

ebenerdige Dusche

ebenerdige Dusche nach DIN

Zuschüsse für das barrierefreie Bad (Umbau, Sanierung)
für das behindertengerechte Bad kommen folgende Möglichkeiten für Zuschüsse in Frage, die wir näher beschreiben.

Wo welche Zuschüsse und Hilfsmittel für ein behindertengerechtes Bad zu beantragen sind erläutern wir im ersten Beitrag.

Der zweite Teil zum Badezimmer geht auf normgerechte Maße für Dusche, Toilette und Waschbecken ein.


Diese Förderungen gibt es auch ohne Einhaltung der Normen

Falls normgerechtes barrierefreies Bauen nicht möglich ist, weil das Badezimmer beispielsweise zu wenig Platz bietet, kommen die Krankenkasse, die Pflegekasse, Stiftungen und der Sozialhilfeträger als Förderer in Betracht.

1.1 Krankenkasse

Klappstützgriffe

Stützklappgriffe am WC

Problemlos ohne normgerechtes Bauen erhältlich ist die über eine Hilfsmittelverordnung von der Krankenkasse finanzierte Toilettensitzerhöhung, Stützklappgriffe, ein mobiler Duschhocker, eine Decken-Bodenstange oder ein Badewannenlift. Die ärztliche Verordnung vom Haus- oder Facharzt muss die genaue Bezeichnung des Hilfsmittels enthalten. Welche Griffe verordnungsfähig sind und eine Hilfsmittelnummer haben findet ihr in diesem Beitrag zum Thema Stützklappgriffe. Die Verordnung wird dann im Sanitätshaus abgegeben, welche diese bei der Krankenkasse einreicht. Nach der Genehmigung durch die Krankenkasse können die Hilfsmittel bestellt werden.

behindertentoiletteOft werden die Kosten für solche Hilfsmittel im Badezimmer aus Unwissenheit selbst getragen. Wie immer gilt, dass zunächst immer erst die Verordnung ausgestellt werden muss, dann das Hilfsmittel von der Krankenkasse bewilligt werden soll und erst dann beschafft werden darf.

 

1.2 Pflegekasse, Pflegeversicherung – wohnumfeldverbessernde Maßnahmen bis 4000 €

Dusche ebenerdig

Dusche ebenerdig, aber nicht normgerecht

Die Pflegekasse bzw. die Pflegeversicherung bezuschusst im Rahmen der wohnumfeldverbessernden Maßnahmen einzelne Elemente beim Badumbau wie z.B. eine ebenerdige behindertengerechte Dusche, fest installierte Haltegriffe in Bad und Dusche, Standstützgriffe oder den Einbau einer höheren Toilette mit einem Zuschuss bis zu 4000 € (ab 1. Januar 2015, bei Anträgen aus 2014 sind es 2557 €). Voraussetzung dafür ist die Feststellung einer Pflegestufe. Es wird ein Kostenvoranschlag für die geplante Maßnahme zusammen mit dem Antrag bei der Pflegekasse eingereicht. In der Regel muss z.B. die Sozialstation die Umbaumaßnahme  schriftlich befürworten. Dazu bestätigt sie die Notwendigkeit der Maßnahme auf der Notwendigkeitsbescheinigung, einem Vordruck der Pflegekasse. Normalerweise reagieren die Pflegekassen bei den Bewilligungen schnell und unkompliziert mit einer Zusage.

Wohnen mehrere pflegebedürftige Menschen in einer Wohnung, kann der Zuschuss auch höher ausfallen. Näheres findet ihr im Beitrag über die Förderung von Wohngemeinschaften.

 

2. Stiftungen

Auch die Zuschüsse durch einzelne Stiftungen sind nicht an die Normen für barrierefreies Bauen gebunden, sondern orientieren sich nach dem notwendigen Bedarf. Bei der Auswahl einzelner Stiftungen ist es wichtig darauf zu achten, ob die jeweilige Stiftung die Umbaumaßnahme prinzipiell überhaupt fördert und ob man zum berücksichtigten Personenkreis der jeweiligen Stiftung gehört (z.B. Rollstuhlfahrer oder an MS erkrankt). Stiftungen verlangen in der Regel, dass z.B. eine Beratungsstelle einen Bericht über die Situation verfasst und den Umbau befürwortet. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, dann können Stiftungen großzügige Förderer sein. Tipps zur Stiftungssuche findet ihr in diesem Artikel:

Behindertengerechtes Umbauen mit Stiftungen fördern

 

3. Sozialhilfträger

waschbecken_unterfahrbar

unterfahrbares Waschbecken

Wer von Grundsicherung oder Arbeitslosengeld II leben muss kann über die jeweilige zuständige Behörde, also das Amt für Grundsicherung oder das Jobcenter bzw. die Optionskommune einen Antrag auf einen behindertengerechten Umbau des Badezimmers stellen. Auch schriftliche Kostenvoranschläge sind notwendig. Allerdings sind die anderen hier genannten Förderungen vorrangig (bis auf die Stiftungen). Zuvor muss in der Regel nachgewiesen werden, dass keine andere barrierefreie Wohnung zur Verfügung steht. Ein Mitarbeiter des örtlichen Gesundheitsamtes muss den Bedarf für den Umbau bestätigen. Der Sozialhilfeträger übernimmt nur die Kosten für die notwendigen Umbauten.

 

Barrierefreies Bad nach DIN-Norm bauen

Für die Förderung durch Bundesländer, Kommunen und die KfW-Bank muss das Badezimmer nach den DIN-Normen für barrierefreies Bauen geplant werden. Eine Übersicht über einige wichtige Normen bieten wir hier.
4. KfW-Programme 159 und 455 (Altersgerecht Umbauen)

ebenerdige Dusche

barrierefreie Dusche nach Norm, Maße 120 x 120 cm und Klappsitz

Die KfW bietet seit Ende 2014 zwei Programme für altersgerechtes Umbauen an. Man kann sich für einen Kredit (Programm 159) oder den Investitionszuschuss (Programm 455) in Höhe von bis zu 12,5 % der verbliebenen Kosten entscheiden.

Wer eines der KfW-Programme oder einen Zuschuss aus einem Wohnbauförderprogramm (z.B. Bayern, Brandenburg, Hessen) in Anspruch nimmt muß beim Umbau des Badezimmers nach den Normen für barrierefreies Bauen planen.

Informationen zum Investitionszuschuss habe ich hier in einem kleinen Beitrag zusammengefasst: Programm 455 Altersgerecht Umbauen

Das KfW-Programm 159 wird bei der Hausbank beantragt, das Programm 455 direkt bei der KfW-Bank. Nähere Informationen zum Kredit hier bei der KfW: Programm 159 Altersgerecht Umbauen

 

 

5. Wohnbauförderprogramme der Bundesländer

Diese Programme beinhalten Zuschüsse bis 10000 € (Bayern) bzw. 22000 € (Brandenburg), 5000 € (Hessen). In Hamburg wird ein barrierereduziertes Bad mit bis zu 3060 € gefördert. Mecklenburg-Vorpommern fördert den Badumbau mit bis zu 30% der Kosten.  In diesen Beiträgen werden die Zuschussmöglichkeiten der vier Bundesländer näher beschrieben:

Wohnraumförderung für barrierefreies Bauen in Bayern

Wohnraumförderung für barrierefreies Bauen in Brandenburg

Barrierefreies Umbauen in Hessen

Barrierefreie Mietwohnungen in Hamburg

Wohnbauförderprogramm Mecklenburg-Vorpommern

Eine Internetseite des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales bietet eine Übersicht über die Förderprogramme der einzelnen Länder.

 

6. Kommunale Förderprogramme für barrierefreies Bauen
Auch vereinzelte Kommunen haben eigene Förderprogramme aufgelegt.

Die Stadt Dresden fördert den behindertengerechten Wohnungsumbau mit bis 75% der Kosten und maximal 3835 € für Menschen ab 60 Jahre oder mit Schwerbehindertenausweis. Die Stadt informiert hier über ihre Wohnungsbauförderung.

Auch in Mannheim gibt es ein Städtisches Förderprogramm zur Schaffung von behindertengerechtem Wohnraum. Die Stadt bezuschusst 10% der förderfähigen Kosten von mindestens 2500 €. Der Zuschuss ist einkommensunabhängig. Das Merkblatt der Stadt Mannheim findet ihr hier.

 

Einige Maße für normgerechtes Bauen im Überblick

barrierefreies WC mit Klappstützgriffen

normgerechtes WC

Dieser Beitrag enthält einige Informationen über normgerechtes barrierefreies Bauen:

Barrierefreies Bad Teil 2: einige Maße für normgerechtes Bauen im Überblick