Ein Kochtopf auf einer Herdplatte.

Entlastungsbetrag: 125€ für Haushaltshilfe ab Pflegegrad 1

Mit dem Pflegestärkungsgesetz wurde schon 2015 mit den Entlastungsleistungen eine neue Sachleistung der Pflegeversicherung eingeführt. Seit 2017 wurde der Entlastungsbetrag auf 125 € erhöht. Wer einen Pflegegrad hat, kann damit auf Antrag für maximal 125 € im Monat einen Dienstleister für Tätigkeiten im Haushalt oder Besorgungen in Anspruch nehmen. Bislang haben viele dazu einen Teil des Pflegegeldes verwendet. Nun gibt es die Leistung im Wert von 125 € zusätzlich. Außerdem wurde eine rückwirkende Anrechnung nicht verbrauchter Entlastungsbeträge aus 2015 und 2016 eingeführt


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Neben dem festgestellten Pflegegrad gilt als Voraussetzung, dass die Leistungen von einem zugelassenen Dienstleister erbracht werden müssen. Das sind in der Regel jene Sozialstationen, die bereits in der Vergangenheit Haushaltsdienstleistungen erbracht haben. In der Regel wird zwischen der Sozialstation und dem Menschen mit Pflegestufe eine Abtrittserklärung vereinbart. Die Sozialstation kann damit die 125 € direkt mit der jeweiligen Pflegekasse abrechnen.

Nichtgenutzte Entlastungsleistungen können rückwirkend beantragt werden

Entlastungsleistungen aus dem Vorjahr

Für nichtgenutzte Entlastungsleistungen aus dem vergangenen Jahr gibt es den 30.06. als Stichtag. Bis dahin können die nicht verbrauchten Entlastungsleistungen aus dem Vorjahr rückwirkend beantragt werden, wenn im Vorjahr bereits ein Pflegegrad bestand.

Besonderheit: Entlastungsleistungen aus 2015 und 2016

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Kaum zu glauben, aber durch das Pflegestärkungsgesetz III besteht noch bis Ende 2018 die Möglichkeit nicht genutzte Entlastungsbeträge aus 2015-2016 rückwirkend für Entlastungsleistungen einzusetzen. Dadurch können erhebliche Beträge zusammenkommen, von denen Haushaltsdienstleistungen oder Besorgungen in Auftrag gegeben werden können. Für die Jahre 2015 und 2016 gilt noch der alte Betrag in Höhe von 104 € monatlich.

„Nicht genutzte Ansprüche auf zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen aus den Jahren 2015 und 2016 (104 bzw. 208 Euro monatlich) können bis zum Ende des Jahres 2018 genutzt werden. Voraussetzung hierfür ist, dass bereits zu diesem Zeitpunkt ein Anspruch auf diese Leistungen bestand.“ Quelle: Barmer

Gleiches berichtete auch die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz in diesem Beitrag. Es können also die Beträge aus den Jahren 2015 und 2016, die nicht in Anspruch genommen wurden, bis Ende des Jahres 2018 rückwirkend beantragt und verwendet werden. Die rückwirkende Berechnung geht, wenn damals bereits eine Pflegestufe bestanden hat. Selbst bereits bezahlte Rechungen z.B. über Haushaltshilfen der Sozialstation können nachträglich eingereicht werden. Gleiches gilt für Tagespflegeleistungen.

 

Dieser Beitrag erläutert weitere Änderungen seit 01.01.2017:

Pflegegrade lösen Pflegestufen ab



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