E-Scooter als Hilfsmittel mit Spaßfaktor

Verkehrszeichen E-Scooter.

Zusatzzeichen Elektrokleinstfahrzeuge. Bildquelle: Verkehrsministerium.


Anzeige

Voraussichtlich ab Juni 2019 dürfen E-Scooter unter bestimmten Voraussetzungen auf Radwegen gefahren werden. So wird es in der sogenannten Verordnung für „Elektrokleinstfahrzeuge“ geregelt. Das kann auch für viele Menschen mit Handicap interessant sein. Deswegen befasst sich dieser Beitrag mit den Voraussetzungen, die an E-Scooter und Fahrer gestellt werden.

Dass eine Behinderung nicht unbedingt das Angewiesen sein auf einen Rollstuhl bedeutet, zeigt sich besonders bei chronischen Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Epilepsie oder den verbliebenen Folgen eines Schlaganfalls. Betroffene haben je nach Verlaufsform bestimmte körperliche Einschränkungen und können auf diverse Hilfsmittel angewiesen sein, die jedoch nach Tagesform und Aktivität unterschiedlich genutzt werden.

So könnte beispielsweise innerhalb der Wohnung eine Gehhilfe, z.B. ein Stock benötigt und für längere Strecken ein Rollator oder Rollstuhl werden. Eine Bereicherung kann in dieser Situation ein E-Scooter sein, wenn die körperlichen Fähigkeiten das zulassen. Insbesondere der Gleichgewichtsinn und die Fähigkeit eine bestimmte Zeit zu stehen und zu laufen sind Voraussetzungen. Denkbar wäre nicht nur die Nutzung im Straßenverkehr, sondern z.B. auch für längere Strecken am Arbeitsplatz oder in Hallen.

Welche E-Scooter sind ab 2019 im Straßenverkehr erlaubt?

Auf dem Markt befinden sich bereits zahlreiche Modelle, die nicht die Kriterien für eine legale Straßenzulassung erfüllen und von deren Kauf abzuraten ist. Bisher verfügt nur der Metz Moover verfügt mit Stand Mai 2019 über eine Betriebserlaubnis, die eine Teilnahme am Straßenverkehr ermöglicht. Erst im Lauf des Jahres 2019 wird das Verkehrsministerium Straßenzulassungen für einzelne Modelle vergeben.

Vor dem Kauf eines E-Scooters sollte man deshalb darauf achten, dass der Roller eine Betriebserlaubnis bzw. Straßenzulassung hat. Nur dann ist das Fahren auf öffentlichen Wegen legal möglich. Folgende Punkte bilden nun die Voraussetzungen für eine Zulassung von E-Scootern zum Straßenverkehr und sind in der vom Bundesrat gebilligten Elektrokleinsfahrzeugverordnung geregelt:


Anzeige

  • Die Geschwindigkeit der E-Scooter muss zwischen 6 km/h und maximal 20 km/h liegen.
  • Der E-Scooter muß eine Lenk- oder Haltestange besitzen.
  • Der E-Scooter darf maximal 70 Zentimeter breit, 1.40 Meter hoch und 55 Kilogramm schwer sein.
  • Es müssen zwei Bremsen, Beleuchtung und eine helltönende Glocke vorhanden sein.
  • Die Leistung darf maximal 500 Watt betragen (1.400 Watt bei selbstbalancierenden Fahrzeugen).
  • Das Mindesalter des Fahrers liegt bei 14 Jahre.
  • E-Scooter müssen auf dem Radweg gefahren werden. Ist kein Radweg vorhanden ist das Befahren des rechten Fahrbahnrandes erlaubt. In Ausnahmefällen können die Straßenverkehrsbehörden auch das Befahren von Gehwegen oder Fußgängerzonen gestatten. Diese Verkehrsräume werden mit einem Zusatzschild gekennzeichnet.
  • Es muß eine Haftpflichtversicherung mit Versicherungsaufkleber und fälschungssicherem Hologramm abgeschlossen werden.

Mit welche Kosten ist beim Kauf und der Versicherung eines E-Scooters zu rechnen?

Die Kosten für E-Scooter werden aufgrund des hohen Konkurrenzdrucks vermutlich noch kräftig sinken. Derzeit belaufen sich die Kosten für den ersten legal zugelassenen Metz Moover auf ca. 2000 €.

Für einen Elektroscooter muss eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden, die aktuell ab ca. 35 € pro Jahr zu haben sein soll.

 

Günstiger zu haben sind viele Scooter ohne Straßenzulassung, die aber lediglich für den Einsatz in privaten Gebäuden oder abgesperrten Flächen erlaubt sind.

Weitere Informationen in der FAQ zur geplanten Elektrokleinstfahrzeugverordnung, BMVI

Bildquelle: Verkehrsministerium.

Ähnliche Beiträge: