Einmalhandschuhe

Sachleistung für Pflegehilfsmittel steigt vorübergehend auf 60€

Zu Beginn der Corona-Pandemie explodierten die Preise für für Pflegehilfsmittel wie Mundschutz und Desinfektionsmittel. Zeitweise waren diese Pflegehilfsmittel gar nicht im regionalen Handel erhältlich. Am 04. Mai 2020 hat das Bundesgesundheitsministerium mittels einer Verordnung die monatliche Sachleistung von Verbrauchs-Pflegehilfsmitteln rückwirkend zum 1. April 2020 von 40€ auf 60€ erhöht. Die Regelung gilt bis 30.09.2020 unter Vorbehalt des Weiterbestehens der Pandemie in Deutschland (Quellen: PTA in Love, DAK).


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Den maximalen Betrag von nun 60€ bewilligt die Pflegekasse bei häuslicher Pflege als Sachleistung monatlich für zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel. Dazu ist eine formlose schriftliche Mitteilung an die Pflegekasse notwendig, in der die benötigten Hilfsmittel genannt werden. Eine ärztliche Verordnung ist nicht nötig, es empfiehlt sich aber den Bedarf selbst kurz zu begründen. Die Hilfsmittel müssen von einem Sanitätshaus oder einer Apotheke bezogen werden, die dann mit der Pflegekasse abrechnet.  Solche zum Verbrauch bestimmten Pflegehilfsmittel sind:

  • Einmalhandschuhe
  • Händedesinfektionsmittel
  • Flächendesinfektionsmittel
  • saugende Bettschutzeinlagen
  • Schutzschürzen
  • Mundschutz

Technische Hilfsmittel

Davon zu unterscheiden sind die technischen Pflegehilfsmittel, die ebenfalls ohne ärztliche Verordnung beantragt werden. Hier entscheidet aber der MDK über die mediznische Notwendigkeit. Zu den technischen Pflegehilfsmitteln zählen u.a.:

  • Pflegebett und Zubehör
  • Pflegebett-Tisch, Aufrichthilfen (Bettgalgen)
  • Pflegerollstuhl
  • Hebelifte
  • Polsterung zum Lagern
  • für Rollstuhlfahrer laut Urteil des Bundessozialgerichts auch Treppensteighilfen
  • Hausnotruf: der Hausnotruf gilt als „Pflegehilfsmittel zur selbständigeren Lebensführung/Mobilität“. Der Hausnotruf kommt laut Indikation „… bei allein lebenden oder über weite Teile des Tages allein lebenden Pflegebedürftigen in Frage , die mit handelsüblichen Telefonen in Notsituationen keinen Hilferuf absetzen können und bei denen aufgrund des Krankheits- bzw. Pflegezustandes jederzeit der Eintritt einer derartigen Notsituation erwartet werden kann. Der Anspruch besteht auch dann, wenn der Pflegebedürftige mit einer Person in häuslicher Gemeinschaft lebt, die jedoch aufgrund ihrer körperlichen/geistigen Einschränkungen im Fall einer Notsituation nicht in der Lage ist, einen Hilferuf selbstständig abzusetzen.“

Über dieses Formular kannst du Kontakt zu Anbietern von Hausnotrufen aufnehmen. Unser Partner, die Be Around GmbH wird dich nach dem Absenden des Formulars anrufen und dann auf Wunsch eine Kontaktaufnahme veranlassen.

Ein gutes zweiseitiges Merkblatt dazu mit einer vollständigen Liste der Pflegehilfsmittel hat die Kassenärztliche Vereinigung Berlin herausgegeben. Das Merkblatt könnt ihr hier als pdf herunterladen.

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Hier ein Beitrag zum Thema Treppensteighilfen:

Treppensteiger ist ein Pflegehilfsmittel für Rollstuhlfahrer

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Über Jochen Radau

Seit 2004 arbeite ich als Sozialpädagoge in einer Beratungsstelle für MS-Betroffene und Angehörige in Würzburg. Auf handicap-bazar findet sich Wissen aus praktischer Erfahrung und aus Fortbildungen zu den Themen Schwerbehinderung, Pflegeversicherung, barrierefreies Umbauen, Hilfsmittel und finanziellen Fragen. Die Beiträge auf handicap-bazar haben einen Schwerpunkt bei Finanzierungsfragen zum barrierefreien Umbau. Auch die Bereiche Mobilität und Hilfsmittel stehen hier im Mittelpunkt. Einen weiteren Schwerpunkt auf handicap-bazar bildet der kostenlose Marktplatz für Hilfsmittel und angepasste Autos.